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Good bye, my lover!
Good bye, my friend!
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Kommentar
Normalerweise schreibe ich keine Kommentare zu meinen Geschichten, doch ich mache hier eine Ausnahme!
Ich erwähne in dieser Geschichte einige Fakten und Daten, die nicht unbedingt stimmen. So habe ich nicht die geringste Ahnung, ob man atomare Bombe, Rakete oder sonst was sagt. Es ist auch nicht wichtig, wie lange es dauert, bis man an einer radioaktiven Verstrahlung stirbt. Deswegen bitte ich alle Experten (auch solche, di so tun, als wären sie welche) ihre Kommentare und Verbesserungen für sich zu behalten. Es geht in dieser Geschichte nicht um Fakten, sondern um die Liebe.
Danke für euer Verständnis


Mein Name ist Benjamin Roberts, aber eigentlich nennen mich alle Ben. Das Schwierigste an einer Geschichte ist der Anfang. Ich glaube, bei der meinen ist es noch schwerer, denn selbst ich kann den Anfang nicht ganz festmachen, obwohl ich einer der Hauptakteure dieses Dramas war. Da mir kein anderer Anfang einfällt, beginne ich damit, wie ich Zara kennen lernte.

Ich hatte einen großen Freundeskreis, heute würde man uns vielleicht eine coole Clique nennen. Zara lernte ich durch eine Freundin aus diesem Freundeskreis kennen. Stef brachte sie eines Abends mit. Zara trug eine eine Schlagjeans und ein schwarzes kurzes Häkelkleid darüber. Sie sah einfach umwerfend aus. Ihre Haare waren kurz und fransig geschnitten, doch das Bezauberndste an ihr waren die blauen, strahlenden Augen.
Den ganzen Abend lang sah ich diese blauen Augen.
Es war, als hätte sie den Himmel eingefangen und in ihre Augen gebannt. Gott, wie ich mich in diese Augen verliebte.
Von da an kam sie jedes Wochenende und ging mit uns weg. Sie kam mit den meisten gut aus und wir mochten sie alle. Ich weiß es nicht, aber ich glaube, auch sie hatte sich damals schon in mich verliebt. Meistens konnte ich das Wochenende nicht erwarten und fieberte ihr schon entgegen.
Manchmal sahen wir uns auch unter der Woche, wenn wir uns bei Freunden trafen. Es war eine wunderbare Zeit und ich denke heute noch oft daran, wie viel Spa0 wir hatten. Sie machte oft Action, tanzte zu der Musik, obwohl kein anderer tanzte und steckte uns so mit ihrer guten Laune an. Wahrscheinlich wäre aber meine Liebe zu ihr im Sand verlaufen, hätte nicht sie den ersten Schritt gemacht.

Irgendwie kam es, dass ich sie eines Abends mit dem Auto nach Hause fuhr. Wir saßen zusammen in einem Auto, allein.
Ich glaube, man konnte meinen Herzschlag noch ein einem Kilometer Entfernung hören. Es wäre der perfekte Augenblick gewesen, um sie anzusprechen, dennoch wagte ich es nicht. Ich hatte Angst, dass sie mich zurückstieß oder mich einfach auslachte. Doch als ich vor ihrer Tür stand, stellte ich den Motor aus, wagte jedoch nicht zu sprechen. Ich danke Gott heute noch dafür, dass sie das als Aufforderung ansah. Sie beugte sich über die Gangschaltung und küsste meinen Mund sanft und unglaublich süß. Obwohl sich unsere Lippen nur wenige Sekunden berührten, fühlte es sich an wie Ewigkeiten. Meine Lippen brannten, ich wollte nichts weiter, als sie in die Arme zu schließen und immer wieder und wieder zu küssen. Aber ich hielt mich zurück. Sie stieg aus, ich sah ihr hinterher bis das Licht ausging. Auch danach saß ich noch in meinem Wagen und hörte meinem Atem zu. Erst als ich mich beruhigt hatte, fuhr ich nach hause. Ich glaube, das war der Beginn unserer Beziehung, wahrscheinlich konnte Zara noch stundenlang, jede Kleinigkeit erzählen, doch das ist meine Geschichte. Nun, seit diesem Zeitpunkt waren wir also ein Paar. Die anderen aus unserem Freundeskreis bemerkten es nach und nach, auch wenn wir es nicht so offen zeigten.

Dann kam der Tag, an dem das Unheil begann. Die Amerikaner wurden bombardiert. Eine Bombe ging auf New York nieder und machte Manhattan dem Erdboden gleich. Zwei weitere trafen Washington und malmten es nieder. Die Bilder waren schrecklich. Niemand wusste woher die Bomben kamen, doch man nahm an, es waren die Russen. Also schickte man eine Kriegserklärung an die Russen, doch die waren es nicht. Das amerikanische Volk brodelte und das russische ebenso. Niemand wusste, warum. Doch auf einmal brach er aus. Der dritte Weltkrieg. Die meisten Männer zwischen 18 und 25 wurden eingezogen und als Soldaten ausgebildet. Ich war auch darunter. Zara schrieb mir jede Woche ein-, zwei-, manchmal auch dreimal. Wir durften nicht telefonieren und nirgendwo gab es einen PC, an dem ich ihr E - Mails schreiben konnte. Aber ich hob ihre Briefe auf, alle. Oft überlegten wir Rekruten uns, warum man uns überhaupt ausbildete, denn es gab so viele Massenvernichtungswaffen, dass man ganze Länder von der Karte streichen konnte. Doch bald erfuhren wir, warum. Wir mussten in den Einsatz in den Gefängnissen, mussten unsere Leute da rausholen und die Wörter erschießen. Meistens war dass ein blutiges Unterfangen Wir gingen rein, schossen Männer und Frauen nieder und gingen wieder raus. ich hatte nie etwas Brutaleres erlebt und ich hoffte damals jeden Tag, dieser verdammte Krieg würde ein Ende nehmen oder ich würde angeschossen. Ich weiß nicht mehr aus wie vielen Ländern ich meine Landsbrüder befreite, doch es waren zu viele. Und auch heute sehe ich noch die Gesichter der Wärter, die ich erschoss.

Und dann eines Tages endete für mich der Krieg, wenn auch anders als ich es erwartet hätte. Ich erinnere mich noch sehr genau an diesen Tag, wir hatten ein Lager aufgeschlagen und waren gerade dabei uns auszuruhen, versuchten zu schlafen. Doch es war so kalt, dass wir am ganzen Leib zitterten. Eine Bombe ging in etwa 70 Kilometer Entfernung nieder. Es war eine atomare Rakete, deswegen spürten wir sie auch. Die Stadt, die sie traf, war total verwüstet, doch ich in 70 Kilometer Entfernung richtete die Bombe noch gewaltigen Schaden an.
Wir wurden nach Hause gebracht und untersucht. Die meisten meiner Brigade überlebten die folgenden zwei Wochen nicht. Die übrigen würden wahrscheinlich elend am Krebs verrecken. Doch das Gute war auch, dass diese Bombe den Krieg beendete. Sie zeigte den Regierungen und Staatschef, was wir eigentlich taten. Dass die Welt nahe daran war, sich selbst zu vernichten.

Mir gab man noch ein bis zwei Jahre bis der Krebs ausbrach, aber ich durfte nach Hause, durfte zu meiner Familie und ich würde Zara wieder sehen. Zara, ich hatte nur ihr Gesicht vor Augen. Sie lächelte mich an. Was würde sie sagen, wenn sie von meiner Krankheit erfuhr? Vielleicht wäre sie entsetzt. Vielleicht hatte sie inzwischen auch schon einen neuen Freund. Nein, das konnte ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Angekommen, daheim. Ich nahm meine Familie in den Arm. Ich glaube, ich weinte und lachte und weinte wieder. Ich musste ihnen ausführlich erzählen, was passiert war und es entsetzte sie. Doch mich ließ es irgendwie kalt. Ich konnte mir nicht vorstellen. Alles, was ich fühlte, war Mitleid mit jenen, die mich liebten und die ich allein lassen würde. Nachdem ich meine Eltern beruhigt hatte, fuhr ich zu Zara. Auch ihr musste ich noch einmal alles ganz genau erzählen. Ich konnte die Frage in ihren Augen sehen und antwortete ihr. Das Lächeln verschwand von ihrem Gesicht, als ich ihr erzählte, wie lange ich wahrscheinlich noch leben würde. Heute noch sehe ich ihr Gesicht vor mir und die einzelne Träne, die über ihr Gesicht rann. Sie war so eine starke Frau, doch in diesem Moment sah ich ihre ganze Schwäche.

Die folgenden Monate gehörten zu den schönsten meines Lebens. Ich tat worauf ich Lust hatte und ging regelmäßig zu meinen Untersuchungen. Zara war die meiste Zeit bei mir. Sie musste nur noch vormittags arbeiten, so dass wir die Nachmittage gemeinsam verbringen konnten. Wir verbrachten auch an diesem schicksalsträchtigen Abend unsere Zeit gemeinsam. Das hört sich sogar in meinen Ohren lächerlich an, dennoch bestimmte dieser Abend den Rest meines Lebens. O nein, noch so ein alter Kalauer.

Nun, bevor ich noch in Selbstmitleid vergehe, bericht ich, was an diesem Abend geschah. Ich hatte eine Überraschung für Zara. Ich wollte mit ihr an den See fahren. Es war ein schönes Fleckchen und sehr romantisch, wie Zara es liebte. Also holte ich sie nachmittags ab und fuhr zusammen mit ihr dorthin. Noch heute sehe ich wie ihre Augen vor Freude strahlten. Als wir angekommen waren, stiegen wir aus und da geschah es. Zara sah mich an und ich sah, wie etwas passierte, aber ich wusste nicht, was es war, noch, was ich dagegen tun könnte. Zara verdrehte die Augen und fiel. Es schien so langsam zu geschehen, dennoch konnte ich nicht eingreifen, konnte sie nicht einmal auffangen. Ich kniete neben ihr und suchte nach irgendwelchen Verletzungen, doch ich fand keine. Gott sei dank. Sie atmete und ich konnte ihren Puls fühlen. Er raste. „Zara“, flüsterte ich ihren Namen und hielt ihren Kopf in meinen Händen. „Zara.“ Immer und immer wieder flüsterte ich ihren Namen.
Ich brachte sie zum Auto und fuhr in ein Krankenhaus. Es kommt mir wie ein Wunder vor, dass ich keinen Unfall baute, so stark zitterte ich.

Ich musste in einem Warteraum bleiben, während die Ärzte Zara untersuchten. Es waren endlose Minuten und äonenlange Stunden, die ich damit verbrachte mir die schlimmsten und fürchterlichsten Gedanken auszumalen. Was hatte Zara? Warum war sie ohnmächtig geworden? Und dann tat ich etwas, das ich schon sehr lange Zeit nicht mehr getan hatte – ich betete. Ich hoffte und betete, flehte Gott darum an, mir nicht Zara zu nehmen. Und in diesem Moment gestand ich mir ein, dass ich Zara nicht nur mochte, sondern dass ich sie liebte mit jeder Faser meines Körpers. Ich kann nicht mehr sagen, wie lange ich wartete, aber irgendwann kam ein Mann in einem langen weißen Kittel, der sich als der behandelnde Arzt vorstellte und fragte, ob ich zu Zara gehörte. Als ich bejahte, erklärte er mir, was mit Zara wäre.

Er redete nicht lange um den heißen Brei, sondern erklärte gleich, dass Zara einen irreparablen Gehirntumor habe. KREBS, schoss es mir in diesem Moment durch den Kopf, das was ich haben sollte, hatte sie. Nein so grausam konnte das Schicksal nicht sein. Sie würde wahrscheinlich noch 6 Monate leben. Als ich ihn fragte, ob man irgendetwas tun konnte, schüttelte er nur stumm den Kopf. Mit einem unerwartet gefühlvollen Blick fragte er mich, ob ich jetzt zu ihr wollte. Sie hatte die Augen geschlossen, doch als ich mir einen Stuhl heranschob, sah sie mich an. „Ich werde sterben, Ben.“ Ich werde sterben.

Ich habe diese Worte nie vergessen können. Sie waren allgegenwärtig, verfolgten mich in meinen Träumen und quälten mich am Tag. Ich werde sterben.
NEIN. Das Schicksal konnte doch nicht so grausam sein. Doch das Schicksal war so makaber. Es erlaubte mir kein Leben mit Zara.
Ich würde gerne berichten, dass ein Wunder geschah und Zara doch überlebte und wir ein glückliches, gemeinsames Leben führten. Doch ich kann es nicht hat und bei dem Gedanken, was für ein Leben wir hätten führen können, kann ich nicht mehr atmen, kann ich fast nicht mehr leben.
Zara weigerte sich, ihre letzten Monate in einem Krankenhaus zu verbringen. Sie wollte daheim sein, bei den Menschen, die sie liebte und von denen sie geliebt wurde. So drückte sie es aus. Zara litt lange Zeit, bis sie starb, versuchte ihren Tod hinauszuzögern und ich musste dabei zusehen, musste zusehen, wie sie litt, wie sie zerfiel, bis sie fast nichts mehr mit meiner Zara verband. Doch wenn ich in ihre Augen sah, erkannte ich immer noch dieses Energiebündel, diese total Verrückte.
Ihre wunderbaren Augen, das Schönste, das ich je erblickte. Die blauen Augen, die mich anblickten, mit derselben Neugier und Fröhlichkeit, wie an dem Tag als wir uns kennen gelernt hatten.

Sie starb am 25. Juli. Es war ein wirklich schöner, warmer Tag. Die Sonne schien die ganze Zeit.
Zara liebte die Sonne und ich weiß noch, wie sie dasaß. Sie hatte sich an das Fenster setzen lassen und die Fenster waren weit geöffnet. Als ich ins Zimmer trat, sah es so aus, als wäre sie eingeschlafen, doch sie wachte nicht mehr auf.
Die meisten Männer geben nicht zu, dass sie weinen, doch ich weinte wirklich nicht. Ich konnte nicht. Ich hatte es versucht, aber jedes Mal hatte ich nicht mehr atmen können, hatte sich mein ganzer Körper verkrampft. Doch jetzt, endlich, als ich diese Geschichte aufschreibe, kann ich es, ich weine. Irgendetwas (ein Knoten) hat sich gelöst. Ich könnte noch viel erzählen, wie mein weiteres Leben verlief, welchen Beruf ich nachging (Journalist, falls es jemanden interessiert), was meinen Glauben betrifft. Ich bin immer noch ein gläubiger Christ. Ich glaube, an ein Leben nach dem Tod und dass jeder eine unsterbliche Seele besitzt. Ich habe Gott nicht die Schuld an Zaras Tod gegeben, niemand hat Schuld daran, auch wenn ich mir manchmal einen Schuldigen wünsche. Doch eigentlich sind alle diese Fragen gleichgültig, denn irgendwie endete auch mein Leben mit Zaras Tod.

Ich bin noch alt geworden, heute ist mein 75. Geburtstag.
(Happy Birthday!)
Doch all diese Jahre wartete ich nur auf den Tag, an dem ich Zara wieder sehen würde. Und ich bin mir sicher, dass ich sie bald wieder sehen werde.

Ich werde sterben!



Copyright hat der Autor.



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